Tanz des Lichts: David Szauder für What’s in a Lamp?
In den Händen des Multimedia-Künstlers David Szauder erwachen die Leuchten von Foscarini, tanzen und entführen uns an andere Orte. In einem Ballet Mécanique, das zugleich klassisch und radikal zeitgenössisch ist.
Foscarini-Leuchten in Objekte zu verwandeln, die die Vorstellungskraft entfachen. Die Kraft des Lichts zu nutzen – das Materialien, Räume und Wahrnehmungen verändert –, um den Dingen und ihrer Umgebung Leben einzuhauchen. Die Poesie der Beziehung zu erzählen, die zwischen uns und Objekten entstehen kann, wenn wir uns darauf einlassen.
Hier nimmt das Projekt von David Szauder für What’s in a Lamp? seinen Anfang: Der Multimedia-Künstler ist ein Pionier im Einsatz künstlicher Intelligenz zur Erschaffung von Choreografien, visuellen Werken, Animationen und Bildern, die das Verhältnis zwischen Menschen, Technologien und Kunstgeschichte ergründen.
In der Auseinandersetzung mit den Foscarini-Leuchten hat Szauder ein Ballet Mécanique geschaffen – inspiriert von Fernand Légers gleichnamigem Werk –, in dem die Leuchten zum Leben erwachen, tanzen und sich verändern, während sie den Betrachter mit Schönheit berauschen und seine Fantasie anregen.
Seine Methode beginnt mit dem Sammeln und Erstellen visuellen Materials, das er anschließend zusammengestellt und mit präzisen Inputs in eine generative KI einspeist. Er steuert die Ergebnisse nicht über Prompts, sondern über sogenannte „visuelle Tricks“: Er überlistet die Maschine, indem er Bilder überlagert, und lenkt das Ergebnis so in eine Richtung, die er als emotional am bedeutungsvollsten oder visuell am ansprechendsten empfindet.
Wie hat sich der Beruf des Multimedia-Künstlers seit Ihren Anfängen verändert?
„Als ich anfing, war Multimediakunst ein relativ spezialisiertes Feld und der Zugang zu Technologie war begrenzt. Heute stehen fast jedem leistungsstarke kreative Werkzeuge zur Verfügung. Die Herausforderung besteht nicht mehr im Zugang zur Technologie, sondern darin, eine prägnante visuelle Sprache und eine bedeutungsvolle künstlerische Haltung zu entwickeln.“
Was ist heute der beste und was der schlechteste Aspekt Ihres Berufs?
„Das Beste ist die Freiheit, mich zwischen verschiedenen Formaten zu bewegen: Ausstellungen, öffentliche Projektionen, Theater, Musik, Mode. Das Schlimmste ist die Geschwindigkeit, mit der Bilder produziert und konsumiert werden. Es wird immer schwieriger, etwas zu erschaffen, vor dem die Menschen innehalten.“
Sie haben an der Premiere von Wunderland am Hamburg Ballett mitgewirkt. Was erzählt diese Erfahrung über die Multimediakunst und über Ihre Arbeit im Speziellen?
„Sie zeigt, dass Multimediakunst nicht mehr auf einen Bildschirm beschränkt bleiben muss. In Wunderland wurde meine visuelle Welt durch die Kostüme physisch greifbar. Für mich war das eine wichtige Erweiterung meiner Praxis: Die Bilder wurden nicht mehr nur betrachtet, sondern bewohnt und interpretiert.“
Sie arbeiten mit künstlicher Intelligenz, versuchen aber auch, deren Rolle dem Publikum zu vermitteln. Was ist die Hauptbotschaft Ihres Buches Glitches & Glory?
„Das Buch erzählt von der Beziehung zwischen menschlicher Fantasie, Erinnerung und Technologie. Die künstliche Intelligenz ist präsent, aber sie ist nicht die Urheberin des Werkes. Die zentrale Botschaft lautet: Die Werkzeuge verändern sich, aber die künstlerische Verantwortung, die Intention und die Urheberschaft bleiben menschlich.“
Welche Art von kulturellem und öffentlichem Bewusstsein wäre nötig, um einen verantwortungsvollen Umgang mit KI in den Künsten zu gewährleisten?
„Wir brauchen mehr Transparenz und ein tieferes Verständnis dafür, wie diese Systeme funktionieren. Die Menschen sollten wissen, woher die Daten stammen, wie die Bilder generiert werden und welche Rolle der Künstler spielt. Bildung sollte sich nicht nur auf die Nutzung der Technologie konzentrieren, sondern auch auf Urheberschaft, Ethik und kritisches Denken.“
Wie entstehen Ihre traumartigen Atmosphären?
„Meist nehmen sie ihren Anfang bei etwas Vertrautem: einer alten Fotografie, einem Gesicht, einem Objekt, einer persönlichen Erinnerung. Dann füge ich Elemente ein, die nicht ganz zusammenpassen. Die Atmosphäre entsteht aus der Spannung zwischen Wiedererkennen und Unsicherheit – aus dem Gefühl, die Welt, die man betrachtet, zu kennen, obwohl man weiß, dass etwas in ihr nicht stimmt.“
Wie nutzen Sie Ihren Instagram-Account?
„Ich nutze ihn als ein sich ständig weiterentwickelndes visuelles Tagebuch und als direkten Kommunikationskanal mit einem internationalen Publikum. Er ermöglicht es mir, Ideen zu testen, Reaktionen zu beobachten und Arbeiten außerhalb traditioneller institutioneller Rahmenbedingungen zu teilen. Gleichzeitig versuche ich, die Richtung meiner Arbeit nicht von der Logik der Plattform bestimmen zu lassen.“
Entdecken Sie die Zusammenarbeit mit David Szauder und die vollständige Serie auf dem Instagram-Kanal @foscarinilamps und erkunden Sie alle Interpretationen des Projekts What’s in a Lamp?, bei dem internationale Künstler eingeladen sind, das Licht und die Kollektionen von Foscarini frei zu interpretieren.