INTRECCI DI LUCE / KNITTED LIGHT
Eine Erforschung von Materialien, Herstellungsverfahren und -techniken, um neue Möglichkeiten der Lichtgestaltung zu eröffnen.
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SHOWROOM FOSCARINI SPAZIO MONFORTE
Corso Monforte 19, Milano
21. — 26. April 2026
H. 10:00–20:00
Foscarini Spazio Monforte präsentiert VERWOBENES LICHT, ein experimentelles Forschungsprojekt, das zwei Designern mit unterschiedlichen kreativen Ansätzen anvertraut wurde: Jozeph Forakis und Lorenzo Palmeri.
Die beiden Designer arbeiteten unabhängig voneinander und durchquerten den großen Bereich der 3D-Strickerei, um deren überraschendes Ausdruckspotenzial zu erforschen, wenn sie mit Licht in Verbindung tritt – und dabei neue Volumen, unerwartete Oberflächen und entdeckenswerte Lichteffekte eröffnet.
Der Fuorisalone 2026 ist für Foscarini eine Gelegenheit reiner Forschung – frei von der Logik des fertigen Produkts, offen für das Unerwartete. Die präsentierten Arbeiten haben noch keine endgültige Bestimmung. Denn gerade in der Freiheit des Forschens – ohne sofort etwas Nützliches finden zu müssen – erweitert sich der Horizont des Möglichen, und so können Ideen entstehen, die die Art und Weise der Lichtgestaltung verändern.
JOZEPH FORAKIS
Wenn ein Faden zum Volumen wird
Forakis ist seit jeher ein unruhiger Forscher, auf der Suche nach dem, was er selbst die „Alchemie der Materialien“ nennt: der Moment, in dem ein Archetyp durch ein Verfahren verwandelt wird, für das er nicht vorgesehen war. Die Geschichte zeigt, dass die maßgeblichen Veränderungen im Design dann entstehen, wenn Technologien oder Materialien in einen neuen Kontext gesetzt werden und von einem Industriebereich in einen anderen übertragen werden, um ihre verborgene Ausdruckskraft zu entfalten. Aus diesem Ansatz heraus entstand seine erste Zusammenarbeit mit Foscarini, im Rahmen der Leuchte Havana. Und derselbe Geist führte Forakis zu einem besonderen Interesse an der Welt der Textilien – wobei er Lieferanten und Techniker über die Grenzen dessen führte, was ihre Webrahmen und ihre Geduld zu tragen vermochten. Genau in den Zwischenräumen, zwischen einer Grenze und der anderen, kamen die interessantesten Entdeckungen zum Vorschein.
In dieser gemeinsam mit Foscarini und TexTech durchgeführten Forschung präsentiert Forakis kein fertiges Produkt, sondern ein offenes Kapitel: skulpturale Formen und Texturen, die zu einem Experimentierbereich für das Licht- und Schattenspiel werden.
Wenn Licht auf diese 3D-Strickstrukturen trifft, geschieht etwas Unerwartetes. Eine einfache Oberfläche existiert nicht mehr: Das Licht wird gefiltert, gestreut und durch die Dichte des Geflechts „geformt“. Das Objekt wird zu einem atmenden Volumen, das die Umgebung bestimmt.
Ein Vorgang, der zeigt, wie auch die ältesten Techniken – die einfache Geste des Verflechtens eines Fadens – noch immer überraschen können, wenn wir nur die Geduld haben, dem zuzuhören, was das Material uns zu sagen versucht.
LORENZO PALMERI
Wo der Stoff zur Architektur wird
Die Forschung von Lorenzo Palmeri untersucht Architektur, Mode und Design und nimmt im Rahmen eines vielschichtigen Entwurfsansatzes in Zusammenarbeit mit dem Strickunternehmen MAS und Arman Avetikyan Gestalt an. Diese Untersuchung geht von der Fähigkeit zweidimensionaler Textilflächen aus, durch klassische Schneidertechniken und raffiniert ausgeführte Einschnitte dreidimensional zu werden und so an Kirigami erinnern, die japanische Kunst des Schneidens und Faltens von Papier, um aus einem einzigen Blatt dreidimensionale Formen zu erzeugen.
Ein Ansatz, der keine neue Technik erfindet, sondern sie sorgfältig und gezielt von einer Welt in eine andere überträgt.
Im Zentrum seiner Arbeit steht eine einfache, aber starke Erkenntnis: Wenn Licht ein dreidimensionales Gewebe durchdringt, passiert etwas Besonderes. Es breitet sich aus, vibriert, verdichtet sich an bestimmten Stellen und löst sich an anderen auf. Das Gewebe wird zu einer mikroskopischen Landschaft, die das Licht auf natürliche Weise formt und Mikroarchitekturen entstehen lässt, welche den Raum bestimmen, ohne ihn zu begrenzen.
Das Ziel von Foscarini auf diesem Fuorisalone ist es daher nicht, ein industrialisiertes Produkt zu erhalten. Es handelt sich um reine Forschung: eine Methode, den Horizont des Möglichen zu erweitern, neue Ausdrucksformen zu erfassen, die in der Lage sind, auf die Herausforderungen von morgen zu reagieren und eine neue Sprache zu erschaffen, auf die die zukünftigen neuen Formen des Lichts zurückgreifen können.
Ein Ansatz, der tief in der Designgeschichte verwurzelt ist und nicht den Anspruch erhebt, Technologie neu erfinden zu wollen, sondern den Wert ihrer Anwendung in der Welt des Projekts betont. Er offenbart vielmehr die notwendige Arbeit, ein industrielles Verfahren in ein Alphabet zu verwandeln, das in der Lage ist, Wörter und Sätze mit Bedeutung zu bilden – eine Aufgabe, die Foscarini seit jeher als zentrales Anliegen verfolgt.
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Eine Erforschung von Materialien, Herstellungsverfahren und -techniken, um neue Möglichkeiten der Lichtgestaltung zu eröffnen.